Kreisausschuss ebnet Gründung der Breitband-GmbH den Weg

Der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises hat in seiner Sitzung am Dienstag (6.März) der Gründung der Breitband Main-Kinzig GmbH den Weg geebnet und eine entsprechende Vorlage zur Beschlussfassung an den Kreistag weitergeleitet. Die Mitglieder des Kreistages entscheiden nun in ihrer Sitzung am 30. März endgültig über die Gründung der Gesellschaft für „schnelles Internet“ im Main-Kinzig-Kreis. „Mit dieser Entscheidung machen wir den Main-Kinzig-Kreis im Bereich Internetversorgung fit für die Zukunft“, hoben Landrat Erich Pipa, Erster Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai und Kreisbeigeordneter Matthias Zach in einer Pressekonferenz am Mittwoch hervor. Eine Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), mindestens aber 25 Megabit, ist das von Landrat Erich Pipa vorgegebene Ziel. „Schnelles Internet gehört heutzutage zur Daseinsvorsorge“, begründete Pipa die Entscheidung, warum der Main-Kinzig-Kreis mit der Main-Kinzig GmbH tätig werden wird, sollte der Kreistag der Beschlussvorlage am 30. März zustimmen. Pipa berichtete, dass sich im Zuge einer europaweiten Ausschreibung kein Unternehmen auf dem freien Markt gefunden habe, welches einen flächendeckenden Ausbau der Breitbandversorgung im Main-Kinzig-Kreis beihilfefrei mit den geforderten 50 Mbit/s gewährleisten könne. Deshalb werde nun der Kreis mit der Gründung der Breitband Main-Kinzig GmbH für die Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger tätig. Auftrag der Gesellschaft sei es, für die entsprechende Infrastruktur der Breitbandverbindung zu sorgen.

„Hauptaufgabe wird sein, die Glasfaserkabel in alle Ortsteile der Kommunen des Kreises zu verlegen“, verdeutlicht Landrat Pipa. Insgesamt gingen die Planungen von einem Leitungsnetz mit 650 Kilometern Länge aus. Über diese schnellen Kanäle würden dann die 1.629 Kabelverzweiger der örtlichen Telefonnetze angesteuert. 184.000 Haushalte im Main-Kinzig-Kreis gelte es versorgen zu können. Als Netzanbieter werde der Kreis dabei nicht auftreten. „Nach dem Bereitstellen der Infrastruktur werden wir das Netz an einen Anbieter vermieten, der dann die Bürgerinnen und Bürger mit schnellem Internet versorgt“, berichtet Pipa. Hierfür hätten bereits vielversprechende Gespräche mit mehreren Anbietern stattgefunden.

Bei dem ambitionierten Vorhaben sei der Main-Kinzig-Kreis auf die Unterstützung der Kommunen angewiesen. Alle 29 Städte und Gemeinden des Kreisgebietes haben ihre Unterstützung in Form von Informationsdaten und Zuarbeiten durch Beschlüsse in den Stadtverordnetenversammlungen oder den Gemeindevertretungen zugesagt. Zusätzliche Kosten kämen auf die Kommunen nicht zu, unterstrichen Pipa, Kavai und Zach. „Den Städten und Gemeinden eröffnet sich mit unserer Initiative die einmalige Chance, ihren Wirtschaftstandort nachhaltig zu stärken und auch ein Grundbedürfnis ihrer Einwohner zu befriedigen“, hob Pipa hervor.

Die Investitionskosten belaufen sich laut Wirtschaftsplan auf rund 56 Millionen Euro. Dafür wird ein Darlehen in voller Höhe aus einem Förderprogramm für den Bereitbandauf- und –ausbau der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen beantragt. „Schon seit Beginn unserer Überlegungen stehen wir in engem Kontakt mit dem hessischen Wirtschaftsministerium und der Wirtschafts – und Infrastrukturbank“, berichtete Landrat Erich Pipa. Über die Einnahmen aus der Vermietung des Netzes werde der Kreis über eine dauerhafte Einnahmequelle verfügen, die den aufgenommenen Kredit bereits nach wenigen Jahren übersteige.

Schon im Jahr 2007 hatte Landrat Erich Pipa kritisiert, dass zwar in den Ballungszentren ständig neue und schnelle DSL-Verbindungen angeboten würden, sich in den ländlichen Regionen aber noch so manches Unternehmen mit einem ISDN-Anschluss begnügen müsse. Mitte des Jahres 2010 legte das seinerzeitige Referat für Wirtschaft und Arbeit einen Breitbandatlas mit einer Analyse der Internetverbindungen im Kreisgebiet vor. Ende des Jahres 2010 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die ein Konzept zum eigenverantwortlichen Ausbau der Breitbandverbindungen mit 50 Mbit/s, mindestens aber 25 Mbit/s vorlegen sollte.

Diese lag im Herbst 2011 vor, woraufhin die politischen Gremien und die Kommunen informiert und eingebunden wurden. „Mit der Gründung der Breitband Main-Kinzig GmbH unternehmen wir nun den entscheidenden Schritt für schnelles Internet im Main-Kinzig-Kreis“, hoben Pipa, Dr. Kavai und Zach hervor.