„Das wäre ohne den Einsatz des Kreises nicht möglich gewesen“

Breitband Main-Kinzig hat über ELER-Projekt 133 abgelegene Gebäude mit Glasfaser versorgt

Ein großer Erfolg für die Digitalisierung im ländlichen Raum: Mithilfe von Fördergeldern hat die Breitband Main-Kinzig GmbH innerhalb von nur zwei Jahren insgesamt 133 Höfe und Weiler, Vereinsheime, Schwimmbäder und mehr im gesamten Kreis an das superschnelle Gigabit-Netz angeschlossen. Bei einer kleinen Feierstunde bei Landwirt Michael Meister aus Ronneburg wurde auf das Projekt zurückgeblickt.

Einen abgelegenen Hof mit Glasfaser zu versorgen, ist meist extrem teuer. Die privaten Internetanbieter lassen solche Gebäude deshalb oft links liegen. Aufsichtsratsvorsitzender Jannik Marquart betonte: „Ein Glasfaser-Anschluss wertet jede Immobilie auf – und macht sie zukunftsfähig. Das gilt auch und insbesondere für landwirtschaftlich genutzte Gebäude, denn dort laufen zahlreiche Prozesse längst digitalisiert. Deshalb ist es eine sehr gute Nachricht, dass wir mit unserer kreiseigenen Breitband Main-Kinzig den Glasfaser-Ausbau selbst in die Hand nehmen und ihn nicht dem freien Markt überlassen.“

Das europäische Förderprogramm ELER, das eine nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum sicherstellen soll, startete im Sommer 2023. Innerhalb von zwei Jahren hat die Breitband Main-Kinzig im gesamten Kreis 133 Höfe und Weiler, Kläranlagen, Schwimmbäder und Vereinsheime angeschlossen, die ohne dieses Engagement allesamt leer ausgegangen wären.

So war es auch im Fall von Landwirt Michael Meister. In seinem Heimatort Ronneburg kümmert sich ein Privatanbieter um den Glasfaser-Ausbau – der abseits gelegene Buchenhof von Familie Meister wurde jedoch nicht berücksichtigt. Thorsten Stolz: „Die privaten Unternehmen picken sich die Rosinen heraus. Was nicht rentabel ist, bleibt links liegen. Das schadet unserem Standort enorm. Wir hingegen schließen ausnahmslos jedes Gebäude an, das uns laut Förderrichtlinien erlaubt ist. Schließlich ist eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur von enormer Bedeutung für die Attraktivität unseres Main-Kinzig-Kreises und schafft gleiche Bedingungen zum Leben und Arbeiten, egal wo jemand wohnt.“

Landwirt Michael Meister nutzt bereits jetzt unter anderem Videoüberwachung für die Stallungen und steuert seine Maschinen via GPS. „Deshalb sind wir sehr froh, dass wir nun einen Glasfaser-Anschluss haben“, sagte Meister, der sich bei der Feierstunde über ein Präsent mit regionalen Köstlichkeiten freute.

Die Kosten für den Ausbau der 133 Gebäude lagen bei insgesamt 4,8 Millionen Euro, im Schnitt kostete es also jeweils 36.000 Euro, ein Gebäude anzuschließen. 2000 Euro davon mussten die Gebäudeeigentümer selbst tragen. Über das Förderprogramm konnten weitere 90 Prozent abgedeckt werden, den Rest übernahm der Main-Kinzig-Kreis.

„Es geht hier um die Zukunftsfähigkeit unseres Kreises. Und deshalb tun wir alles dafür, dass nicht nur Stadtkerne, sondern der gesamte ländliche Raum mit Glasfaser versorgt wird, also alle Ortsteile und auch abgelegene Gebäude. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort enorm und sorgt dafür, dass auch unsere Dörfer zum Wohnen attraktiver werden, davon bin ich überzeugt“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann.

Ronneburgs Bürgermeisterin Bianca Finkernagel freute sich, dass nun ganz Ronneburg in den Genuss des Glasfaser-Ausbaus gekommen ist: „Das wäre ohne den Einsatz des Kreises nicht möglich gewesen. Die Zusammenarbeit mit der Breitband Main-Kinzig GmbH war bei allen Projekten stets vertrauensvoll und lief wirklich hervorragend.“ Neben dem Hof von Familie Meister hat die Kreistochter in Ronneburg auch die Schule, das Jugendzentrum sowie die Ronneburg selbst an das Gigabit-Netz angeschlossen.

Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth blickte abschließend noch einmal auf das gesamte ELER-Projekt zurück: „Wir haben in Rekordzeit 133 Gebäude mit Glasfaser versorgt. Dabei mussten manchmal Strecken von mehr als drei oder vier Kilometern zurückgelegt werden. Ich bin sehr froh, dass wir diesen Meilenstein erreicht haben. Jetzt wollen wir auch das Glasfaser-Projekt für Privatgebäude erfolgreich abschließen.“ Bis dahin dauert es noch gut zwei Jahre: Die Breitband Main-Kinzig möchte bis Ende 2027 insgesamt gut 35.000 Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen haben. Auch hier kommt das kreiseigene Unternehmen bislang sehr gut voran.

Sie feierten den Abschluss des geförderten Glasfaser-Ausbauprojekts ELER (von links): Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann, Landwirt Michael Meister, Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth und Aufsichtsratsvorsitzender Jannik Marquart, Ronneburgs Bürgermeisterin Bianca Finkernagel sowie Landrat Thorsten Stolz.

Sie feierten den Abschluss des geförderten Glasfaser-Ausbauprojekts ELER (von links): Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann, Landwirt Michael Meister, Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth und Aufsichtsratsvorsitzender Jannik Marquart, Ronneburgs Bürgermeisterin Bianca Finkernagel sowie Landrat Thorsten Stolz.