Schnelles Internet für den ganzen Kreis: Im Herbst geht es los!

„Wenn alles weiter nach Plan läuft, rollen im Herbst die Bagger“, freut sich Landrat Erich Pipa über den zügigen Fortschritt bei einem der wichtigsten Projekte für die Zukunftsfähigkeit des Kreises. Schon bald sollen alle Städte und Kommunen im Main-Kinzig-Kreis über schnelles Internet verfügen. Datenübertragungsraten zwischen 25 und 50 Megabit pro Sekunde werden dann je nach Standort erreicht – „ein wichtiger Standortfaktor für den Kreis“, ist Pipa überzeugt. Denn von Datenraten zwischen 25 und 50 Megabit können viele Unternehmen und Einwohner zum jetzigen Zeitpunkt nur träumen, in vielen Ortsteilen gibt es bislang lediglich Verbindungen von maximal 1 Megabit. Darüber hinaus gibt es einige Gebiete, die nahezu abgeschnitten sind vom weltweiten Informationsnetz.

Auch wenn der Main-Kinzig-Kreis als Gebietskörperschaft eigentlich nicht für den Ausbau des Breitbandnetzes zuständig ist, hat Landrat Erich Pipa die Fäden in die Hand genommen. „Der freie Markt hat versagt, das bestätigt uns ein europaweites Markterkundungsverfahren. Ohne unsere Initiative würde sich nichts ändern. Das aber wollen wir nicht riskieren und haben stattdessen selbst mit großer Zustimmung des Kreistages eine Breitband GmbH gegründet“, erläutert Pipa.

Das vom Landrat initiierte Konzept sieht eine komplette Versorgung des Kreisgebietes vor. Insgesamt sollen rund 184.000 Haushalte die Möglichkeit erhalten, die superschnellen Datenleitungen zu nutzen. „Wir erleben gerade im wirtschaftlichen Bereich eine steigende Nachfrage“, betont Pipa. Im Mittelpunkt der Pläne steht die Breitbandgesellschaft, die mit Unterstützung der kommunalen Bauhöfe die Verlegung von rund 650 Kilometern Glasfaserkabel in Angriff nimmt. Über diese schnellen Kanäle werden dann die rund 1.700 Kabelverzweiger der örtlichen Telefonnetze angesteuert. Die Breitband GmbH wird das installierte Netz dann an einen Internetanbieter vermieten.

Rund 56 Millionen Euro wird der Kreis investieren. Gespräche über eine Landesbürgschaft stehen kurz vor dem Abschluss, die Zustimmung seitens des Landes wurde bereits signalisiert. Die 29 Städte und Gemeinden im Kreisgebiet werden finanziell nicht beteiligt, unterstützen aber die Arbeiten im Tiefbau bei der Verlegung der Kabel nach besten Kräften. Außerdem wird eine bestehende Gasleitung im Kinzigtal genutzt, um dort über mehrere Kilometer Kabel zu verlegen.

In Nidderau hat bereits eine Bürgerversammlung mit 350 Besuchern stattgefunden. Täglich erreichen die Kreisverwaltung mehrere E-Mails und Anrufe mit Fragen zum Thema Breitband. „Die Bürgerinnen und Bürger sind froh, dass wir die Sache in die Hand nehmen“, zieht Landrat Erich Pipa eine Bilanz der Rückmeldungen. In den nächsten Tagen und Wochen stehen weitere Abstimmungsgespräche auf dem Programm, damit im Herbst mit den Baggerarbeiten losgelegt werden kann. „Dann treiben wir die Arbeiten so schnell wie möglich voran, damit in naher Zukunft alle Unternehmen und alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, schnelles Internet zu nutzen“, verspricht der Landrat. Innerhalb von gut drei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.